 Lauschten interessiert den Erläuterungen von Stefan Kappes |
Main-Kinzig-Kreis (al) - Kreisgrenzenübergreifend ist ein Projekt, wofür Erster Kreisbeigeordneter und Tourismusdezernent Günter Frenz dieser Tage zusammen mit dem Landrat des Wetteraukreises, Rolf Gnadl, den Startschuss gab. Mit dem ersten Bauabschnitt wird ab
sofort, die Gestaltung der Regionalparkroute „Limesradweg' in Angriff genommen. Auf einer Gesamtlänge von rund zehn Kilometern führt der Weg von Altenstadt über Limeshain bis nach Hammersbach.
An der sogenannten Drususeiche, im Wald zwischen Hammersbach und Limeshain, hatten sich die Bürgermeister der beteiligten Kommunen Michael Göllner, Adolf Ludwig und Norbert Syguda samt den Vertretern der Fachbehörden, Landesarchäologe Prof. Dr. Egon
Schallmeyer und der Archäologe des Wetteraukreises Dr. Jörg Lindenthal versammelt, um die Planungen für den Radweg der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Ganz seinem Namen entsprechend wird sich der Radweg zum überwiegenden Teil an der historischen Spur des römischen Limes orientieren. Entlang der Route sind 14
Erlebnisstationen geplant, die unter dem Leitmotiv 'Römischer Limes' stehen und die Funktion und baulichen Anlagen dieser kulturhistorischen Sehenswürdigkeit aufgreifen wollen. Strefan Kappes vom Büro Götte Landschaftsarchitekten, Frankfurt, stellte vor,
welche Attraktionspunkte möglich sind und in einem zweiten Bauabschnitt verwirklicht werden könnten. So denken die Planer etwa an eine Bodenkarte, die den Limesverlauf wiedergibt, an einen Limes-Spielplatz, an Holzliegen- und Hocker als Ruhepunkte und vieles mehr. Da der Limes im Jahre 2005 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden sei, habe man sich bei der Gestaltung der Erlebnisstationen vor allem am
geschichtlichen Bodendenkmal orientiert, erläuterte Kappes. In Zusammenarbeit mit der Landes- und Kreisarchäologie wollen die Planer darum Informationstafeln entwickeln, die aufzeigen, welche Bedeutung der Limes hatte und wie er seine Umgebung geprägt hat.
Drususeiche, rekonstruierte Limespalisade, Kleinkastell Buchkopf, aber auch die Turmstelle der Wachtposten oder das römische Lager seien Aspekte, die in die Darstellung
einbezogen werden sollen.
Das Projekt wird durch die beteiligten Kommunen gemeinsam in Abstimmung mit dem Fachdienst für Kreis- und Regionalentwicklung des Wetteraukreises, der Kreis- und Landesarchäologie sowie der Regionalpark Rhein-Main gGmbH umgesetzt. Im Rahmen eines Ersten Bauabschnitts soll der Weg durchgängig nutzbar gemacht und ausgeschildert werden. Gleichzeitig sollen die Informationstafeln entwickelt werden.
Die geschätzten Gesamtkosten für diese Maßnahme belaufen sich auf rund 66.000 Euro.
Die Regionalpark Ballungsraum Rhein-Main gGmbH stellt Fördermittel in Höhe von 44.000 Euro bereit. Die Hälfte dieser Summe wird von der Fraport AG mitfinanziert. Die drei Kommunen beteiligen sich mit insgesamt 22.000 Euro.
Günter Frenz, Aufsichtsratsmitglied der Regionalpark Ballungsraum RheinMain gGmbH, lobte nicht nur ausdrücklich die Planungen, die Natur und Historie in einen sowohl erholsamen als auch lehrreichen und unterhaltsamen Zusammenhang bringen und damit
insbesondere Familien ansprechen, er unterstrich auch, dass mit diesem weiteren Teilstück des grenzenübergreifenden Radwegesnetzes in der Region dem Gedanken des Regionalparks Ballungsraum erneut beispielhaft Rechnung getragen werde.
Nicht unerwähnt ließ er auch den touristischen Aspekt des Weges, der in seiner Art der geplanten Gestaltung und der Attraktivität seiner Führung, überwiegend durch Wald und Flur, zumindest landesweit einzigartig sei.